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Post-Belegschaft wehrt sich „mit allen Mitteln" gegen weiteren Stellenabbau

Köstinger: „Null Spielraum für weitere Senkung des Personalstands" – „Hände Weg von unseren Briefträgern"

Die Belegschaft der Österreichischen Post AG wird sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen weitere Stellenkürzungen zur Wehr setzen. „Wir werden alles unternehmen, um einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen bei der Post zu verhindern und eine Gefährdung der Versorgung Österreichs mit Post-Diensten abzuwenden", stellte der Vorsitzende der Personalvertretung der Österreichischen Post AG, Helmut Köstinger, in Reaktion auf Medienberichte klar, wonach weitere 400 bis 500 Arbeitsplätze wegfallen sollten.

Das angeblich „klare Dementi", das Post-Chef Pölzl in Reaktion auf die Medienberichte verbreitet hat, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen der Personalvertretung. Pölzl erklärt darin zwar, dass es keine Kündigungswelle geben wird, sagt aber gleichzeitig, dass er an „der Anpassung des gesamten Personalstands um 250 bis 500 MitarbeiterInnen jährlich" durch „natürliche Fluktuation" festhalten will.

Köstinger: „Für eine weitere Senkung des Personalstands gibt es bei der Österreichischen Post null Spielraum. Tatsache ist, wir haben mittlerweile hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu wenig.  Nur durch vollen Einsatz weit über die Belastungsgrenzen hinaus haben die verbliebenen Post-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das immense Sendungsvolumen der heurigen Weihnachtspost bewältigt. Als Dank stellt man ihnen jetzt gleich zu Beginn des neuen Jahres weitere Arbeitsplatzkürzungen in Aussicht. Das ist letztklassig."

Auslagerung der Briefzustellung an Werbemittelverteiler von Feibra grob fahrlässig

Besonders besorgt zeigt sich der oberste Post-Personalvertreter darüber, dass die Post bereits begonnen hat, offenbar aus Kapazitäts- und Kostengründen, Teile der Briefzustellung an die Post-Tochter Feibra auszulagern. „Postämter durch private Post-Partner und die Briefzusteller der Post durch Werbemittelverteiler zu ersetzen, ist keine Lösung. Daher werden wir das mit allen Mitteln bekämpfen. Was die Kunden davon halten, kann der Vorstand immer wieder in den Medien nachlesen", so Köstinger.

Für die Personalvertretung hat der Post-Vorstand offenbar nur noch eine Mission: Jahr für Jahr für die Aktionäre die Gewinne hochzuschrauben. Köstingers Antwort: „Wenn man statt für die Kunden nur noch für die Investoren arbeitet, ist das für ein Dienstleistungsunternehmen wie der Post eine echte Gefahr. Die Uhr steht hier schon auf fünf NACH zwölf. Wenn wir hier jetzt keine Grenze ziehen, ist es zu spät. Hände Weg von unserer Post."