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Kommunikationsgewerkschaft läuft Sturm gegen weitere Privatisierung

Zwei von drei Österreicher/innen gegen jede weitere Privatisierung

Die Kommunikationsgewerkschaft GPF läuft Sturm gegen Forderungen der ÖVP, die im Rahmen der Regierungsverhandlungen offenbar eine weitere Privatisierung verlangt hat.

„Jede weitere Verschleuderung von Post-Anteilen würde nur noch mehr Volksvermögen vernichten und wäre nur eine kurzfristige Budget-Kosmetik, um die marode Finanzpolitik der scheidenden Finanzministerin zu vertuschen und den Erlös in kaputte Banken umzuleiten“, beklagt der GPF-Chef und Zentralausschussvorsitzende der Post AG, Helmut Köstinger.

Schon beim ersten Börsengang der Post haben die österreichischen Steuerzahler/innen draufgezahlt und nur die Börsenspekulanten profitiert. Durch den Verkauf von 49 Prozent der Anteile hat der Staat 2006 rund 650 Millionen Euro eingenommen. Seitdem sind dem Budget dadurch in Summe bereits Dividendenzahlungen der Post in Höhe von 510 Millionen Euro entgangen.

Köstinger: „Spätestens ab dem nächsten Jahr wird der Börsengang der Post damit für die Steuerzahler/innen zum Verlustgeschäft. Umso mehr ist es einfach ungeheuerlich, wenn man sich zuerst von den Österreicherinnen und Österreichern wählen lässt, um dann auch noch deren letztes Eigentum zu verzocken."

67 Prozent der Bevölkerung sprechen sich nach einer aktuellen Befragung der Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft (SWS) gegen einen weiteren Privatisierungsschritt bei Post AG und A1 Telekom Austria AG aus. „In Wirklichkeit zahlt die Bevölkerung bei der Privatisierung doppelt drauf: als Steuerzahler/in und als Kunde. Die Teilprivatisierungen von Post und Telekom haben nur zu Verteuerungen und schlechteren Arbeitsbedingungen geführt und sich damit auch aus Sicht unserer Kundinnen und Kunden als untauglich erwiesen", warnt Köstinger.

Sollte es der ÖVP wider Erwarten in den Regierungsverhandlungen tatsächlich gelingen, mit ihrer Forderung nach einer weiteren Privatisierung durchzusetzen, wird sich die Gewerkschaft dagegen mit aller Härte wehren.