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Europas Luftraum muss sicher bleiben – Qualität vor Sparwahn!

EU-Kommission plant mit SES2+ die Zerschlagung der Europäischen Flugsicherungen – 1.000 österreichische Arbeitsplätze sind betroffen 

Der Flugverkehr geht zurück. Die Airline- und Privatisierungs-Lobby bietet in Brüssel ihre geballte politische und finanzielle Macht auf, um Kostensenkungen zum Nachteil der Flugsicherungen durchzusetzen, private Billigstanbieter sollen an Bord kommen. Gleichzeitig will man für die Konzerne künstliche Monopole zur Gewinnmaximierung schaffen.

 Bereits jetzt gelten von der EU verordnete Sparmaßnahmen: Flugsicherungen müssen im Durchschnitt jährlich um 3,2 % billiger werden, müssen kürzere Strecken anbieten und dürfen nur geringe Verspätungen verursachen. Im nächsten Schritt sollen die effizienten Einheiten von Lotsen, Technikern, Meteorologen und Verwaltung getrennt werden. Alle Services außer denen der Fluglotsen sollen aus den Flugsicherungen entfernt und von privatwirtschaftlichen Unternehmen angeboten werden.

 „Weniger qualifizierte Beschäftigte bedeuten kaum kostengünstigere Bedingungen für den Flugverkehr, die zusätzlichen Schnittstellen erhöhen das Risiko und verringern die Effizienz. Sparwahn auf Kosten der Qualität und der Beschäftigten kommt nicht in Frage!“, sagt Helmut Harucksteiner, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Flugsicherung in der GPF und Betriebsratsvorsitzender der AustroControl. Und: „Die Kosten für das Service der Flugsicherung – Sicherheit, Radaranlagen, Fluglotsen, Flugwetter – sind minimal, betragen pro Ticket nur wenige Euro.“ Harucksteiner ist überzeugt, dass den Passagieren ihre Sicherheit das wert ist.

Das privatwirtschaftliche Unternehmen AustroControl gehört dem Bund, ist hochprofitabel und wirkt sich positiv auf die österreichische Handelsbilanz aus. Nach den Lobbyisten-Plänen sollen spätestens ab 2020 die technischen Systeme von einer privaten Firma zentral für Europa errichtet und betreut werden. Davon wären in Österreich über 1.000 Arbeitsplätze und zusätzlich Lieferanten und Dienstleister betroffen. Steuer- und Deviseneinnahmen würden unserem Land verlorengehen.

Bundesministerin Doris Bures hat sich bereits im September des Vorjahres klar gegen SES2+ ausgesprochen, dennoch wird dieses Vorhaben von den Industrielobbyisten und ihren Handlangern im EU-Parlament weiter betrieben und am 30. Jänner im Europäischen Verkehrsausschuss zur Abstimmung kommen.

„Gerade im Bereich der Flugsicherung ist es erforderlich, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter zu haben, damit der reibungslose Ablauf garantiert ist. Es darf nicht zugelassen werden, dass der einheitliche europäische Luftraum auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingeführt wird", sagen die EU-Abgeordneten Evelyn Regner und Jörg Leichtfried.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich eine Mehrheit den vernünftigen Argumenten unserer Abgeordneten gegen dieses Paket anschließt.