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AK zu ÖIAG: Schönreden hilft nichts – Wirtschaftspolitisches Versagen auf allen Linien

Wir müssen für die Zukunft Lehren ziehen. „Egal, was ÖIAG-Vorstand Rudolf Kemler an dem Vertrag schönreden will – wir haben die industrielle Führungsrolle in der Telekom mit gestern abgegeben und damit die Chance auf eine aktive Industriepolitik vertan“, so AK-Direktor Werner Muhm. 

Fraglich bleibt, wann und ob der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Mitterbauer den Vertrag gelesen hat, wenn er bis unmittelbar vor der Abstimmung im Ausland verweilte – ohne Zugang zum Datenraum. „Wenn Kemler diese wichtige Entscheidung als Spiel sieht, spricht das Bände über das wirtschaftspolitische Verständnis der derzeitigen ÖIAG-Spitze. Das ist kein Spiel, sondern eine ernsthafte Angelegenheit“, so Muhm.
In der gestrigen Sitzung wurde in einer beispiellosen Form leichtsinnig über die Zukunft eines zentralen Unternehmens und eines der wirtschaftspolitisch heikelsten Themen der letzten Jahre entschieden. Und das ohne Not, denn die Telekom steht gut da, hat sich eine komfortable Marktposition erarbeitet und ist ganz im Gegensatz zu Äußerungen der vergangenen Tage keineswegs in einer Todesspirale. Dass Kemler den Betriebsräten Wortbruch vorwirft ist zynisch. „Diese haben verantwortungsvolles Handeln beweisen. Hier wird ein gesundes Unternehmen in ausländische Hände gegeben, ein Unternehmen, das Österreich dringend für Wachstum und Beschäftigung braucht!“

   Dem bereits veröffentlichten Geschäftsbericht ist zu entnehmen, dass im Jahr 2013 ein Cash Flow aus der laufenden Tätigkeit von 1,051 Millionen Euro erwirtschaftet und gegenüber 2012 sogar geringfügig verbessert werden konnte. Der Anstieg der Verschuldung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Telekom Austria im Geschäftsjahr 2013 außerordentlich hohe Investitionen getätigt hat – insbesondere die Ausgaben für die Frequenzversteigerung und den Erwerb des Diskonters Yesss. Aber genau diese Investitionen waren es auch, die der Telekom eine gute Position im österreichischen Markt gesichert haben. Dem Geschäftsbericht ist auch zu entnehmen, dass die Telekom Austria trotz dieser Investitionen ein positives Jahresergebnis von 109 Millionen Euro erzielte und damit einen positiven Beitrag zur Stärkung des Eigenkapitals leisten konnte.