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ÖBB-Postbus: Top-Experten auf der Straße

Forderung des Betriebsrats: Alkohol-Kontrollgeräte für alle Fahrzeuge im Personentransport

Im sichersten Busunternehmen Österreichs mit den bestausgebildeten Lenkerinnen und Lenkern sollen Alkoholkontrollgeräte eingebaut werden. Damit schießt die Verkehrsministerin übers Ziel, meint die Personalvertretung.

„Für mich persönlich ist das nicht nachvollziehbar, denn gerade in unserem Unternehmen mit praktisch null selbstverschuldeten Unfällen ist die Sicherheit unserer Fahrgäste eines der obersten Ziele - und genau in solch einem Unternehmen sollen Kontrollen stattfinden?“, sagt Postbus-Betriebsratsvorsitzender Robert Wurm.

Es sei grundsätzlich lobenswert, nach einem tragischen Verkehrsunfall Maßnahmen zur Verkehrssicherheit zu starten. Allerdings wäre es auch gegenüber den Postbus-Bediensteten fair gewesen, sie zumindest vorher zu informieren.

Die Lenkerinnen und Lenker verrichten einen hervorragenden Dienst im Interesse der Allgemeinheit und befördern täglich 700.000 Fahrgäste zur Arbeit und in die Schule. Rund 407.000 Kilometer auf 900 Linien mit 22.000 Haltestellen spult der ÖBB-Postbus Tag für Tag ab. Alle Lenkerinnen und Lenker absolvieren innerhalb von fünf Jahren mindestens 35 Stunden Weiterbildung. So wurden die Postbus-Lenkerinnen und Lenker in den letzten Jahren als „Safety Driver“ ausgebildet.

„Die Ministerin wird von uns jede Unterstützung kriegen, die sie braucht. Aber wenn jetzt der Eindruck vermittelt wird, unter den Postbus-Bediensteten gäbe es Alkoholprobleme, dann ist das ein Zeichen geringer Wertschätzung. Das haben sich die Beschäftigten nicht verdient.
Der Effekt ist, dass viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt Spott und Hohn ausgesetzt sind“, sagt Robert Wurm.

Der Betriebsrat möchte daher festhalten:
„Bevor solche Geräte eingebaut oder in Betrieb genommen werden können, ist es rechtlich zwingend notwendig, eine Betriebsvereinbarung darüber abzuschließen, da es sich um personenbezogene Daten handelt.“
Es gehe nicht an, dass die Betroffenen aus den Medien erfahren, dass solche Kontrollgeräte in die Busse eingebaut werden sollen.

„Zielführender wäre eine gesetzliche Verpflichtung, dass generell in allen neuen Fahrzeugen für den Personentransport derartige Kontrollgeräte eingebaut werden. Sonst bleiben solche Aktionen nur Zuckerln für die Medien“, sagte Robert Wurm abschließend.