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Karl Knapp 1888-1944


Der Sozialdemokrat Karl Knapp wurde am 28. November 1888 in Wien geboren. Er war Postrechnungssekretär, von 1919 bis 1932 Obmann-Stellvertreter und von 1932 bis 1934 geschäftsführender Obmann der Gewerkschaft der Post- und Telegraphenbediensteten.

In den Jahren 1933–1934 vertrat Karl Knapp das Land Wien im Bundesrat. 1934 wurde er vom austrofaschistischen Regime aus politischen Gründen verfolgt und verhaftet, der Grund war immer seine Hilfe für verfolgte Genossen und deren Familien.

Karl Knapp verbrachte die Jahre bis zum Jahr 1938, dem Jahr der deutschen Okkupation Österreichs durch Nazideutschland in der Illegalität. Einige Male wurde er von der Gestapo zu Verhören geholt. Im Juli 1944 wurde Karl Knapp mit vielen anderen aufrichtigen Österreichern wieder einmal auf der Rossauerlände (Polizeigefangenenhaus) „geladen“ und über ihn wurde die „Verwahrungshaft“ verhängt. Karl Knapp wurde ohne Gerichtsverhandlung und Verurteilung am 19. September 1944 in das KZ Dachau gebracht. Von dort wurde sein Tod gemeldet, als Datum wurde der 4. Dezember 1944 angegeben.

Seit 1. Dezember 2004 trägt das historische Haus der GPF in der Biberstraße 5 in Wien den Namen „Karl-Knapp-Haus“.
Nach der Renovierung des Hauses wurde die Gedenktafel wieder angebracht und am 27. November 2013 feierlich enthüllt.

Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, nahm in Vertretung des erkrankten ÖGB-Präsidenten Erich Foglar an der Enthüllung der Gedenktafel teil. „Menschen- und Arbeitnehmerrechte, Demokratie und Freiheit vertragen sich nicht mit Diktatur, mit Faschismus und Rassismus. Dagegen muss man auftreten. Das steht auch im ÖGB-Statut. Insofern ist Karl Knapp ein Vorbild für uns alle“, betonte Achitz. Es sei auch heutzutage nicht selbstverständlich, gefahrlos für Gewerkschaftsrechte einzutreten. Weltweit werden immer noch Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter drangsaliert und verfolgt.
„Junge Menschen können von Karl Knapp lernen, wie wichtig es ist, für andere Menschen einzustehen“, sagte Postbus-Betriebsratschef Robert Wurm.
Helmut Tomek, Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten: „Nie wieder Faschismus! Wehret den Anfängen!“

Die Wiener Rechtsanwaltskanzlei Lansky, Ganzger + partner, seit einem Jahr Mieter des ehemaligen Sitzes der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten, empfindet die Tafel an ihrem Firmenstandort als Ehre und als Auftrag. „Das Anbringen der Gedenktafel für den Widerstandskämpfer Karl Knapp verstehen wir auch als Mahnung, die Demokratie nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen“, betont Rechtsanwalt Gabriel Lansky. Nur einen Steinwurf vom Denkmal für den bekennenden Antisemiten Karl Lueger betonte Lansky „Wien braucht keine Karl-Lueger-Plätze, Wien braucht mehr Gedenktafeln für Menschen, die sich unter Einsatz ihres Lebens für die Gerechtigkeit eingesetzt haben“.  Mit dem 2009 gegründeten LGP-Kompetenzzentrum für Menschenrechte möchte er einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es nie wieder so viel Unrecht gibt.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch der bereits 2009 von der Universität für angewandte Kunst angedachte „Wettbewerb zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in Österreich“ wieder aufgegriffen.
Die Gewerkschaft plant eine entsprechende Initiative.

Link zu Pressemitteilungen:
DerStandard

Büro Lansky, Ganzger & Partner



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